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14.09.2016 LESERBRIEF: Naturgenuss? Mitnichten!



Erschienen im "Wann&Wo" am Mi, 14. Sept. 2016
Am Rohrspitz kumuliert an sonnigen Sommerabenden mit zermürbender Regelmäßigkeit eine Kakophonie aus heulenden Bootsmotoren und Bass-lastiger Disco-Mugge, gespickt mit den Juchzern der Bananenboot-Fahrer, die laut Werbetext der Salzmann Yachting Gmbh gerade „einen rasanten Ritt“ durchs Natura 2000 Gebiet machen.
Ist das der Naturgenuss, den die Salzmann-Klientel gerne für sich moniert?
Braucht man Disco-Musik, um die Natur zu genießen? Oder rasante Bootsfahrten?
Wohl kaum! Das zeigt der Vergleich mit der nahegelegenen Fußacher Bucht, wo es ungleich ruhiger und einem Naturschutzgebiet erheblich angemessener zugeht. Warum? Weil dort nur 10km/h erlaubt sind, und weil der Rohnerhafen offenkundig andere Gäste anzieht, als die Salzmann Yachting GmbH, deren Gäste offensichtlich kein Interesse an Naturschutz haben, sondern dessen Nebenprodukt konsummieren: Einen relativ konfliktfreien, weitläufigen und mit wenig konkurrienden menschlichen Interessen besetzten Raum. Bestehende Regeln werden durch fehlendes Bewusstsein der Nutzer und fehlende Kontrolle der Betreiber außer Kraft gesetzt.
Und so schadet der Betrieb dem Naturschutzgebiet, von dem er selbst profitiert.
Hier von „Naturgenuss“ zu sprechen ist bestenfalls ein PR-Gag. Und ein Hohn für jeden Besucher, der tatsächlich an den Rohrspitz kommt um die Natur zu genießen, und mittlerweile, gleich den Vögeln, seine Stimme anheben muss, um überhaupt noch gehört zu werden.
Dass muss sich ändern!


Elke Wörndle