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15.09.2014 LESERBRIEF: Doch manche sind gleicher

Vorarlberger Nachrichten vom 15.09.2014

Kaum sind die Pläne für eine monströse Erweiterung des „Salzmann-Areals“ am Rohrspitz vom Umweltsenat abgelehnt, bringt der Besitzer weitere – nicht weniger unverfrorene!- Pläne
für riesige zusätzliche Gebäude, Tiefgarage, Campingplätze und Restaurantplätze auf den Tisch. Dies hat System und wird von der Familie Salzmann seit über fünfzig Jahren so gehandhabt. Mit dieser „Salamitaktik“ ist aus einem kleinen Kiosk ein riesiges Freizeitgelände mitten im Naturschutzgebiet gewachsen. Und die Behörden halten sich bei den Genehmigungen nicht an die eigenen Gesetze und Vorgaben:

So heißt es z.B. in der Verordnung der Vorarlberger Landesregierung über das Naturschutzgebiet Rheindelta in § 4Abs.1:
Im Naturschutzgebiet ist es verboten,
a)Anlagen wie Gebäude, Sport und Freizeiteinrichtungen, Straßen und Wege, Autoabstellplätze……. zu errichten oder zu ändern,
Es gibt kaum einen Punkt dieser Verordnung, der im Salzmann-Areal bisher nicht ignoriert und übergangen wurde.
Über die aktuellen Erweiterungspläne können Sie sich über die Internet-Plattform: www.unser-rohrspitz.org informieren.

Es ist höchste Zeit, dass die Volksanwaltschaft diese Behördenwillkür und politische Einflussnahme durchleuchtet! Hier werden BürgerInnen ungleich behandelt – oder versuchen Sie einmal, in diesem Natura 2000 Gebiet eine kleine Ferienhütte zu errichten oder eine bestehende zu erweitern. Sie werden diese wieder abbrechen müssen, während die Familie Salzmann fast Jahr für Jahr munter dazu bauen darf. Dabei wird immer mit einem nicht weiter definierten „öffentlichen Interesse“ argumentiert. Mit diesem Argument sind diese Eingriffe in ein geschütztes Gebiet jedenfalls in keinster Weise zu rechtfertigen: Denn das öffentliche Interesse im Naturschutzgebiet ist einzig und allein der Naturschutz!


Mag. Ferdinand Lerbscher