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14.08.2010 LESERBRIEF: "Verhinderermentalität"

Vorarlberger Nachrichten vom 14.08.2010

Wer in einem Naturschutzgebiet ausbauen will, muss sich vor Recht und Öffentlichkeit rechtfertigen. Die Verfahren in der Causa Rohrspitz laufen. Doch die Rechtfertigung vor der Öffentlichkeit bleibt man schuldig.
Stattdessen tut man so, als wäre jede vorgebrachte Kritik Ausdruck einer sog. "Verhinderermentalität". Man tut als wäre Unternehmertum prinzipiell gut und sinnvoll, und Kritik daran generell kritikwürdig, und veranschaulicht dabei eins: Vorsintflutliche Ellbogenmentalität.
Man beruft sich auf den Status quo und beweist damit, dass es an Verantwortungsbewusstsein ebenso fehlt wie an einem eigenen Standpunkt.
Aber besonders bedenklich ist, dass all dies unter dem Deckmantel der "Liebe zur Natur" geschieht:
Ein Ehepaar aus Gargellen will sein "Naherholungsgebiet" mittels PKW und Tiefgarage auf den Bodensee ausdehnen,
ein Kitesurf-Verein, der sich vor Jahren am Rohrspitz installierte, bedankt sich nun interessanterweise bei Herrn Salzmann für seine BH-Bewilligung.
Der Präsident des Golfclubs Montfort Rankweil bewirbt seinen Golfplatz als Hort der Biodiversität und des Naturschutzes.
Und Herr Salzmann selbst pflegt sein Naturschützer-Image, indem er Holz aus dem Schilf sammelt.
Hier mangelt es auf Betreiber- und Befürworterseite v.a. an Bewusstsein. Und das allein ist Grund genug, dieser Art von Unternehmertum jede gesellschaftliche Anerkennung zu verweigern.


Sophia Venari