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28.10.2010 LESERBRIEF: Naturschutzpolitik in Vorarlberg

Vorarlberger Nachrichten vom 28.10.2010

Die Naturschutzpolitik der Landesregierung lässt sich auch als Politik der leeren Vorsätze bzw. der "profitmaximierenden Landschaftsverwertung" deuten.
Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft doch eine recht große Lücke.
Ist es nicht paradox, wenn sich ein Umweltlandesrat zum glühenden Fürsprecher touristischer Erschließungsprojekte macht? Angesichts des stetig steigenden Nutzungsdruckes auf die Naturräume sowie Grünflächen wäre jedoch eine konsequentere Naturschutzpolitik erforderlich. Leider fehlt hierfür der politische Wille.
Der Landesgrünzonenplan ist nur mehr auf dem Papier etwas wert, und Skigebietserweiterungsprojekte haben selbst in sensiblen Gebieten den Segen von oben. Das Arbeitsplätzeargument wird gerne bemüht, wenn es darum geht, der Bevölkerung landschaftsverbrauchende Projekte schmackhaft zu machen. Gerade im Bereich des Wintertourismus erweist sich dieses Argument jedoch als Scheinargument. Aufgrund der prekären Beschäftigungsverhältnisse und des niedrigen Lohnniveaus finden sich für viele Stellen nur mehr Bewerber aus dem Ausland. Auch hinsichtlich eines gerechten Ausgleichs zwischen Nutzer- und Naturschutzinteressen lassen die verantwortlichen politischen Stellen jegliches Fair Play vermissen.
Während mit Projektbetreibern ungeniert hinter verschlossenen Mauern Strategien und Vorgehensweisen abgestimmt werden, werden die Naturschützer einfach vor vollendete Tatsachen gestellt bzw. im Regen stehen gelassen. Eine Umweltpolitik, welche den Naturschutz links liegen lässt, agiert nur noch im luftleeren Raum.


Markus Petter