Plattform „Unser Rohrspitz“

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29.05.2010 LESERBRIEF: Rohrspitz

Vorarlberger Nachrichten vom 29.05.2010

Die Pro-Abstimmung der Gemeindevertretung von Fußach für die so gar "nicht im öffentlichen Interesse" liegende Umwidmung war insofern überraschend, als kein FPÖ-Gemeindevertreter mit seiner eigenen Argumentation dem Bürgermeister zu Hilfe kam. Das war purer Klubzwang. Eine Anhörung der Argumente der Plattform "Unser Rohrspitz" wurde weder vom Bürgermeister noch von einem einzigen FPÖ-Gemeindevertreter trotz mehrfacher Versuche seitens Herrn Lerbscher zugelassen. Dies zeigt deutlich, wie sehr man Gegenargumente vermied und wie groß die Angst war, es könnte einer der Gemeindvertreter "umdenken". Die VN-Stellungnahme unseres Bürgermeisters mit seiner Feststellung "ein Zelt aufstellen sei im Rahmen der Naturschutzverordnung nur auf Campingplätzen möglich" zeigt wohl überdeutlich auf, wie rigoros der Naturschutz bei den "anderen" angewandt werden soll. Das Umwidmungsprojekt mit Gebäudeerhöhungen, mit Ganzjahresbetrieb, mit Polderdammöffnung für eine Bootstiefgarage und mit anfallenden 22.000 m³ Aushubmaterial soll demgegenüber groteskerweise noch zu einer Verbesserung im Naturschuztgebiet führen. Wer kann diese eklatante Ungleichbehandlung durch Gemeinde und Naturschutzbehörde noch verstehen? Einzig unser Landesrat Schwärzler scheint hier noch das richtige Gespür zu haben. Die alte Stammtischweisheit, dass sich's Politiker und Betuchte immer so richten, wie sie es wollen, würde bei Genehmigung wohl Auftrieb erhalten. Doch ich hoffe sehr, dass es nicht so weit kommt.


Egon Troy