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Die Geschichte des Bodensees

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Die Geschichte des Bodensees war und ist eng verknüpft mit der des Rheins.
Das Bodenseebecken wurde während der Eiszeit durch den Rheingletscher geformt, der sich vor etwa 350 000 Jahren über das gesamte Unterland und die Ostschweiz bis nach Sigmaringen (D) erstreckte und von einem bis zu 1200 breiten Eisstrom durchzogen wurde.

Vor etwa 10 000 Jahren endete die letzte Kälteperiode und der Gletscher bildete einen See, der von vielen Zuflüssen, v.a. aber (zu 60%) vom Alpenrhein gespeist wurde.
Mit diesen Zuflüssen gelangte aber nicht nur Wasser, sondern auch Sediment in das Bodenseebecken. Und so entstanden immer neue, fruchtbare Ufer, Inseln und Halbinseln, und der See als Ganzes zog sich aus dem Flachland im Norden immer weiter zurück an seine tiefsten Stellen im Alpenvorland. So entstanden u.a. der Zürichsee, der Walensee und - v.a. - der Bodensee.

Funde belegen, daß bereits vor ca. 3000 Jahren (Neolithikum) die ersten Menschen
nahe des heutigen Ufers siedelten.
Von nun an begann der Mensch in das Geschehen einzugreifen, rodete Auwälder, baute Dämme und Entwässerungsgräben, "regulierte" die Natur, und benannte sie. Die ersten Siedler kannten noch keine Schrift, ihre Namensgebung ist also nicht
überliefert. Erst 43v. Chr. wird der See in den Schriften eines römischen Geographen namentlich erwähnt als Lacus Venetus (Obersee) und Lacus Acronius (Untersee), beides Namen, die heute noch Verwendung finden. Der heutige Name "Bodensee", kommt aber von "Bodman-See" und leitet sich vom Ortsnamen des Ludwigshafener
Stadtteils Bodman ab, der im Mittelalter eine eigenständige Gemeinde von überregionaler Bedeutung war.

Der maßgeblichste Faktor für die geologische Entwicklung des Bodensees ist nach
wie vor der Alpenrhein.
Zunehmend intensive Holzschlägerungen im Haupteinzugsgebiet des Alpenrheins in Graubünden verstärkten die Erosion und damit die Geschiebemenge des Rheins und führte zur Sohlanhebung des Rheinbetts.
So häuften sich Ende des 19. Jhdts, weit nach dem Ende der letzten "kleinen Eiszeit", im Verbund mit späten Schneeschmelzen und nasskalten Sommern wieder die Hochwasserfälle, und das zunehmend besiedelte, gerodete und landwirtschaftlich nutzbar gemachte Rheintal nahm jedesmal großen wirtschaftlichen Schaden.

So wuchs der Wunsch nach einer baulichen Lösung, und gegen den vehemten Widerstand der Bürger von Hard und Fußach, und alternative Vorschläge für mehrer Durchstiche, wurde die Begradigung des Alpenrheins zwischen Lustenau und dem Bodensee und der Durchstich bei Fußach 1892 genehmigt und ab 1895 umgesetzt.

Durch die Begradigung aber nimmt die Flußgeschwindigkeit des Alpenrheins zu, was Auswirkungen vor allem auf den Grundwasserspiegel (tieferes Flußbett) und die steigende Geschiebemenge bis zur Einmündung in den Bodensee hat.

Schon 1921 mußte der Rheindamm an der Fußacher Rheinmündung deshalb verlängert werden, um das Geschiebe in tiefere Zonen des Sees zu führen und einer Verlandung der Uferregionen entgegenzuwirken.

Heute schwemmt der Fluss etwa 2,5 Mio. m³ Feinsedimente pro Jahr in den Bodensee, in Hochwasserjahren auch deutlich mehr. Dadurch entwickeln sich jährlich etwa zwei bis drei Hektar neue Landflächen. Seit 1900 sind so über 2 km² Neuland entstanden. Seit den 1970er Jahren werden die Rheindämme weiter seewärts vorgestreckt um die Sedimentmassen in tiefere Bereiche zu leiten und das Anwachsen der Uferregionen zu stoppen. Es ist aber nur eine Frage der Zeit bis zuerste die Fußacher Bucht und letztlich der gesamte Bodensee mehr oder weniger vollständig verlandet sein wird.