Plattform „Unser Rohrspitz“

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05.03.2010 Wie alles begann

Daß die Ausbaupläne vor Baubeginn öffentlich wurden, war eigentlich nicht geplant.
Bereits seit 2007 liefen Gespräche mit den Behörden, und die Umwidmung in FS Marina durch die Gemeinde Fußach hatte im Dezember 2009 die erste Instanz fast reibungslos durchschritten.
Doch im politisch weit aufgeklärteren Höchst begann es zum selben Zeitpunkt zu brodeln. Es regte sich Widerstand gegen die Einrichtung einer Deponie in einem Höchster Wäldchen. Man fragte, wofür die Deponie gedacht sei und bekam Antwort:
Für das Aushubmaterial des geplanten Ausbaus am Rohrspitz.

Proteste bei der kommissionellen Verhandlung am 22.2.2010Formation der Projektgegner im Rahmen der kommissionellen Verhandlung am Rohrspitz (22.02.2010) © VMH

Von einer Ufersanierung war also ursprünglich keine Rede.
Und just dem Umstand, daß man den Aushub im politisch aktiven Höchst deponieren wollte, verdanken wir es, daß die Tatsachen nun langsam ihren Weg ans Licht der Öffentlichkeit fanden.

So hatte sich am 22.02.2010 bereits eine kleine Gruppe von Gegnern um Ferdinand Lerbscher versammelt,
die vorort den Teilnehmern der kommissionellen Verhandlung gegenüberstanden. Eine skurrile Situation.
Fast wie scheue Rehe rotteten sich die dunkel gekleideten Herren zu einem Haufen in sicherem Abstand zusammen und beobachteten skeptisch das bunte Treiben von Müttern, Fahrradfahren, Individualisten und Plakathaltern jenseits der Schranke.
Es war still. Nach einiger Zeit löste sich der von der BH entsandte Verhandlungsleiter Dr. Edmund Kräutler aus dem Knäuel von Politikern, Bauunternehmern und Sachverständigen
und kam auf uns zu, um uns darauf hinzuweisen, daß wir kein Recht hätten an der Verhandlung teilzunehmen.

Eine Niederlage für die Demokratie. Wir zogen von dannen. Ohne Parteistellung haben Kritiker in vielen Fällen kein Recht auf Akteneinsicht. Und besonders in Sachen Naturschutz fehlt bei Verfahren nach wie vor oft die rechtliche Interessensvertretung. Auch die engagierte Naturschutzanwältin Katharina Lins hatte im Verfahren keine Parteistellung, aber immerhin Akteneinsicht. Und das war unser Glück. Denn auch sie kam zur Gründung der Plattform "Unser Rohrspitz" am 05.03.2010 im Dachgeschoß der "Alten Schule" in Höchst.
Und so kam das ganze langsam ins Laufen. Mit dem großartigen Erfahrungsschatz von Frau Hildegard Breiner, die sich seit Jahrzehnten klug, diplomatisch und eloquent für Naturschutzbelange einsetzt, der Rechtsexpertise von Helmut Kaufmann, der eine Hütte am Rohrspitz besitzt und seit Jahren mit Unbill das Treiben des Salzmann-Geschlechtes beobachtet, vor allem aber mit dem strukturellen Hintergrund von "Höchste Zeit" Obmann Ferdinand Lerbscher waren wir nun gewappnet, in eine längere Auseinandersetzung einzutreten.
Projektgegner bei der 2. Umwidmung durch die GV Fußach (04.05.2010)Die Projektgegner bei der 2. Umwidmung FS Marina durch die GV Fußach am 04.05.2010 © VN/Philipp Steurer